Victoria Kegler schaffen die Sensation und schlagen den Serienmeister!
Als am Samstag kurz nach 13 Uhr die ersten der insgesamt 1440 Kugeln über die Bahn rollten, konnte wohl noch keiner der Anwesenden erahnen, welches Drama sich gute zweieinhalb Stunden später im Bamberger Sportpark abspielen sollte. Auf den letzten Würfen konnten die Victorianer das, was im Voraus von vielen als unmöglich erachtet wurde, tatsächlich zur Vollendung bringen – einen Heimsieg gegen den Deutschen Serienmeister SKV Rot-Weiß Zerbst. Doch der Reihe nach:
Von Beginn an zeigten die Gäste, die mit acht Nationalspielern angereist waren, warum sie, trotz einigen ungewohnten Schwächephasen im Laufe der Saison, rechtzeitig zum Rückrundenauftakt wieder an die Tabellenspitze zurückgekehrt sind. Der Ex-Bamberger Wilke und Ernjesi gewannen ihre Sätze souverän mit soliden 161 bzw. 163 Holz, gleichzeitig startete der formstarke Funk mit 117! Kegel auf die Vollen. Hier hielt Marco Endres allerdings mit 111 Kegel stark dagegen und konnte, dank 63 Kegel im Abräumen, den Satz noch zu seinen Gunsten ziehen. In Satz zwei schwächelten die Gäste und die Gelb-Schwarzen waren sofort zur Stelle, konnten alle drei Sätze gewinnen und lagen überraschenderweise in allen drei Duellen vorne. Die Serie setzte sich auch im dritten Satz fort, alle drei Victorianer konnten den Vorsprung in ihrem Duell ausbauen und Marco Endres mit dem dritten SP bereits den ersten MP sichern. Die Gäste reagierten umgehend und brachten Nüßlein für Ernjesi, der aufgrund seiner 127 Holz auf der dritten Bahn ersetzt wurde. Im vierten Satz konnten sowohl Funk als auch Nüßlein ein paar Kegel gut machen, nichtsdestotrotz konnte Simon Haas sein Duell bei 2:2 SP aufgrund eines 14-Holz Vorsprungs siegreich gestalten. Parallel dazu spielte Marco Scheuring mit der dritten überragenden Bahn im Abräumen in Folge (70 Kegel folgten auf 72 und 78; Tagesbestergebnis im Abräumen mit 272!!! Kegel) seinen Kontrahenten Wilke an die Wand, sodass nach dem ersten Durchgang der SKC, zum Erstaunen vieler, bereits mit 3:0 und 63 Holz Vorsprung führte.
Dass das Spiel dennoch keinesfalls bereits entschieden war deutete sich bereits bei einem Blick auf die drei Zerbster Schlussspieler an. Mit Huber, Barth und Brachtel betraten drei weitere Nationalspieler die Bahn. Die Zerbster begannen dann auch stark, Huber und Barth konnten ihren ersten Satz jeweils gewinnen, einzig Kunze gewann gegen Brachtel knapp mit einem Kegel Vorsprung. Ein Kegel, der im Verlaufe des Spiels durchaus noch von Bedeutung sein sollte. Im zweiten Satz legten die Gäste noch einen drauf und konnten alle drei Sätze für sich entscheiden und den Rückstand der Gesamtkegel auf 35 verkürzen. Der dritte Satz ließ das Spiel dann gänzlich drehen: Huber erhöhte gegen Fabian Lange auf 3:0, Barth gegen Uwe Wagner ebenfalls und da Brachtel gegen Kunze mit 2:1 in Führung ging, bei einem Vorsprung von 28 Kegel, war eigentlich klar, es wird auf das Gesamtergebnis ankommen. Dieses hatten die Zerbster von einem -35 innerhalb eines Satzes auf +20 gedreht, sodass die Victorianer mit dem Rücken an der Wand standen. Diese ließen sich jedoch nicht beirren und spielten einfach weiter. Und plötzlich begann der Rückstand um Kegel für Kegel zu schmelzen, bis zu dem Zeitpunkt, als die Zerbster mit 718 Wurf nur noch 6 Kegel Vorsprung hatten. Der SKC hatte jedoch mit 716 Wurf noch zwei in der Hinterhand. Und dann nahm das Drama seinen Lauf: Huber spielte in Wurf 719 eine 8, Lange räumte in seinem 119 Wurf den verbliebenen Kegel und kam noch mal auf die Vollen. Kunze kam in Wurf 119 auf die Vollen und spielte eine 7, sodass der Rückstand weiterhin 6 Kegel betrug. Huber räumte bei seinem letzten Wurf den verbliebenen Kegel, gleichzeitig traf Lange 6 Kegel, sodass vor dem allerletzten Wurf von Kunze der Rückstand auf 1 Kegel geschmolzen war. Kunze traf den einen notwendigen Kegel zum Unentschieden bei den Gesamtholz. Während viele jetzt auf ein 4:4 eingestellt waren, haben die ersten aber verstanden: Kunze hat durch eine überragende 180er Schlussbahn Brachtel 35 Holz abgenommen und damit, aufgrund der mit einem Holz gewonnenen ersten Bahn, das Einzelduell für sich entschieden (671:664). Somit steht am Ende eines unfassbar spannenden Spiels, das in seiner Dramaturgie kaum besser hätte geschrieben werden können, ein 5:3 Heimsieg für Victoria Bamberg gegen den Serienmeister. Ein Sieg, der im Kampf um den Klassenerhalt sicher nicht einkalkuliert war und neben den zwei Punkten auch einigen Aufwind für die kommenden Aufgaben bringen sollte. Weiter geht’s für den SKC am kommenden Samstag mit dem nächsten schweren Spiel, dann sind die Domstädter zu Gast bei Europapokalsieger SKK Raindorf.