Saisonhighlight in Bosnien – Champions League Halbfinale wartet auf Victorianerinnen

Der SKC Victoria Bamberg ist in der glücklichen Position, sich als eine von nur vier Mannschaften eines der begehrten Halbfinaltickets gesichert zu haben. Neben der Victoria konnten sich noch der Tatabanyai SC aus Ungarn, KK Mlaka aus der kroatischen Hafenstadt Rijeka und Composites Neunkirchen aus Österreich für das Halbfinale qualifizieren. Los geht es am Samstag ab 10 Uhr, wenn im ersten Halbfinale der SKC Victoria auf den Tatabanyai SC trifft. Ab 12.30 Uhr findet dann das zweite Halbfinale zwischen Neunkirchen und Rijeka statt. Das Finale ist für Sonntag ab 11 Uhr angesetzt. Austragungsort des Final Fours ist die Arena Bakarni im bosnischen Brcko.

Nachdem durch das 2:6 gegen Liedolsheim am Wochenende in der Bundesligasaison für den SKC bereits zwei Spieltage vor Saisonende alles entschieden ist, können sich die Sportkeglerinnen von Victoria Bamberg voll auf das Highlight der Saison fokussieren. Neben der Vorfreude auf dieses besondere Wochenende kann der SKC die Reise auch mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen antreten. Nicht nur die gute Leistung beim Meister KV Liedolsheim, sondern auch die bisherigen Auftritte in der Königsklasse lassen ein vorsichtiges Schielen in Richtung der begehrten Trophäe zu. An allen Spieltagen in der bisherigen Champions League Saison waren die Gelb-Schwarzen die beste Mannschaft bzgl. der Gesamtholz. Im Achtelfinale waren die Tschechinnen vom SKK Nachod der erste Gegner, der SKC konnte hier mit dem 7:1 Heimsieg aber bereits frühzeitig im Hinspiel die Weichen stellen. Auch das Rückspiel ging ungefährdet mit 5:3 an die Oberfranken, sodass das Viertelfinale problemlos erreicht wurde. Dort hatte die Losfee wenig Mitleid mit den Domstädterinnen, wurde dem SKC mit dem SK Zeleziarne Podbrezova doch der Gegner mit der weitesten Anreise zugelost. Doch auch vom Schneetreiben und den winterlichen Verhältnissen vor Ort ließ sich Bamberg nicht beeindrucken, mit einem 7:1 Kantersieg in der Mittelslowakei standen nach dem Hinspiel bereits alle Zeichen auf Halbfinaleinzug. Der SKC ließ sich selbstverständlich im Rückspiel die Butter nicht mehr vom Brot nehmen, mit einem weiteren 7:1 Heimsieg katapultierte man sich hochverdient in die Runde der letzten vier. Gespannt wartete man die Auslosung Ende Februar ab, die mit dem Tatabanyai SC doch den Gegner bescherte, der sozusagen der früheste Wegbegleiter der Victoria in der aktuellen Champions League Saison ist. Die Reise durch die Königsklasse der besten Keglerinnen der Welt hat ihren Ursprung eigentlich in München, wo im Oktober der NBC-Cup stattfand. Die besten drei Mannschaften des NBC-Cups qualifizierten sich nämlich für die Champions League, wozu der SKC Victoria als Sieger und auch der Tatabanyai SC als Finalunterlegene Mannschaft zählte.

Der Victoria-Tross wird sich am Freitag früh ab 6 Uhr auf die weite Anreise mit über 1.000 Kilometern machen. Über Graz, Maribor und Zagreb wird der Weg führen, bevor es dann weiter in Richtung serbische Grenze geht. Kurz vor dem Erreichen dieser geht es dann runter von der Autobahn in Richtung Brcko, was im äußersten Nordosten Bosniens im Länderdreieck Bosnien-Kroatien-Serbien zu finden ist. In der hochmodernen Arena Bakarni werden dann Spitzenleistungen von Nöten sein, das starke Teilnehmerfeld wird keine größeren Schwächephasen verzeihen. Zu hoffen bleibt, dass die Spielerinnen die Reisestrapazen gut wegstecken, hat man von allen Teams doch die mit Abstand weiteste Anreise. Hinzu kommt die Doppelbelastung Samstag und Sonntag, sodass eine gezielte Vorbereitung und bestmögliche Regeneration essenziell ist.

 

 

Die Gegner in der Übersicht:

Der Tatabanyai SC ist dem SKC, wie bereits erwähnt, aus der aktuellen Saison bestens bekannt, im Finale des NBC-Cups gewannen die Gelb-Schwarzen deutlich mit 6:2 MP und 161 Holz Vorsprung (3554:3392). Nichtsdestotrotz darf man den Gegner im Halbfinale keinesfalls unterschätzen, mit Anita Mehesz und Anita Safrany stehen zwei absolute Topspielerinnen im Kader der Ungarinnen. Vor allem Safrany konnte bereits in München ordentlich abliefern, spielte sie in der Qualifikation bereits hervorragende 634 Kegel, konnte sie im Finale mit 638 noch einen drauflegen und mit großem Abstand den Partiebestwert erspielen. Auch in der Champions League Saison lieferten die Ungarinnen ab. Im Achtelfinale warf man nach einem 7:1 Auswärts- und einem 6:2 Heimsieg Titelverteidiger Slovan Rosice ungefährdet raus, im Viertelfinale gewann man den Thriller gegen den BBSV Wien. Nach dem 4:4 im Heimspiel folgte in Wien ein knapper 5:3 Sieg, dank 42 Holz Vorsprung konnte im Rückspiel das Weiterkommen ins Halbfinale klargemacht werden.

Die Österreicherinnen vom SK FWT Composites Neunkirchen starteten die diesjährige Champions League Reise im Oktober im Weltpokal, als sie zunächst die Qualifikation vor dem KV Liedolsheim und dem Gegner im Halbfinale – Mlaka Rijeka – als Erster abgeschlossen haben. Nach einem 5:3-Halbfinalsieg gegen den KK Kamnik aus Slowenien, traf man im Finale auf den Deutschen Meister Liedolsheim. Das Spiel verlor Neunkirchen bei 4:4 aufgrund der geringeren Satzpunktzahl (9,5:14,5 für Liedolsheim). Als Zweiter im Weltpokal war man souverän für die Champions League qualifiziert, im Achtelfinale gewann man 6:2 und 5:3 gegen den KC Schrezheim. Im Viertelfinale sollte es mit Liedolsheim wieder eine deutsche Mannschaft und auch ein alter Bekannter werden. Nach dem Hinspielsieg (5:3) in Neunkirchen gewann man auch das Rückspiel bei ersatzgeschwächten Nordbaden mit 6:2. Die Niederösterreicher haben einige hochklassige Spielerinnen in ihren Reihen. Mit der ungarischen Topspielerin Hari Boglarka und Eva Sajko ist Neunkirchen in der Spitze überragend besetzt und dürfte Rijeka einen heißen Fight liefern. Auch dem SKC sind die Neunkirchner gut bekannt, wenn auch mit schlechter Erinnerung. Beim Champions League Finale 2023 in Graz verlor der SKC trotz Führung nach einem 4:4 mit Satzgleichheit auf die bitterste Art und Weise mit 53:56 im Sudden Victory.

Auch der KK Mlaka aus Rijeka ist eine – fast schon traditionell – starke Mannschaft. Nach dem dritten Platz in der Qualifikation des Weltpokals war man bereits für die Champions League qualifiziert, esfolgte eine höchst unglückliche 2,5:5,5 Niederlage gegen Liedolsheim im Halbfinale, wo man aufgrund von 2! Holz das Nachsehen hatte. Im Achtelfinale konnten sich die Kroatinnen durch zwei 6:2 Erfolge souverän gegen Zalaegerszeg durchsetzen, im Viertelfinale tat man es dem SKC Victoria gleich. Zwei 7:1 Siege gegen Rakoshegyi aus Ungarn sorgten für ein beruhigendes Weiterkommen. Im Kader der Kroatinnen stehen zahlreiche Nationalspielerinnen aus verschiedenen Nationen, sodass Rijeka in Insiderkreisen sicher hohe Chancen auf den Titelgewinn zugerechnet werden. Mit Venesa Bogdanovic und Paula Polanscak standen zum Beispiel zwei Spielerinnen von Rijeka im vergangenen Sommer im Finale in Szekesfehervar auf der Bahn, als sich Kroatien gegen Deutschland den Weltmeistertitel holte. Zwischen Bamberg und Rijeka gab es in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche Duelle in der Champions League. 2019 in Zapresic (Kroatien) und 2021 in Bamberg konnten sich die Gelb-Schwarzen jeweils mit 6:2 durchsetzen, beim letzten Aufeinandertreffen im ungarischen Györ gewann hingegen Rijeka das 4:4 aufgrund von mehr Satzpunkten (13:11). Den letzten Titel in der Champions League holte sich Rijeka in der vorletzten Saison, als sie in Backa Topola (Serbien) den SV Pöllwitz mit 5:3 besiegen konnten. Auch in der letzten Saison qualifizierten sich die Kroatinnen für das Final Four, unterlagen im Halbfinale aber dem KV Liedolsheim knapp mit 3:5.

 

Die Presseabteilung vom SKC Victoria Bamberg hat sich anlässlich des großen Ereignisses auch bei Spielerinnen und Funktionären nach einem Stimmungsbild erkundigt und nachgefragt, wie sie die Chancen für das kommende Wochenende einschätzen.

Kapitänin Dany Kicker:

„Wir freuen uns riesig, wieder international unter den Top 4 mitmischen zu dürfen. Das Team hat es drauf, den Weg ins Finale zu schaffen. Der Fokus liegt jetzt aber erst mal auf dem Halbfinalgegner aus Ungarn …und dann schauen wir weiter. Ich hoffe, dass bis dahin alle gesund bleiben und wir die lange Anreise gut überstehen. Drückt uns die Daumen.“

Spielerin Celine Zenker:

„Als Spieler freuen wir uns sehr auf den anstehenden internationalen Auftritt in der Champions League. Für uns ist es etwas Besonderes, uns auf internationaler Bühne mit den besten Teams zu messen und unser Können unter Beweis zu stellen. Die Vorbereitung lief konzentriert und zielgerichtet, und wir reisen mit einem guten Gefühl an. Natürlich wissen wir, dass uns starke Gegner erwarten, aber genau diese Herausforderungen motivieren uns zusätzlich. Unser Ziel ist es, als Mannschaft geschlossen aufzutreten, unser Spiel durchzuziehen und das bestmögliche Ergebnis für unseren Verein zu erreichen.“

Markus Habermeyer – 2. Vorsitzender und DKBC Vizepräsident Sport:

„Als Vorstandsmitglied des SKC Victoria freut man sich immer, wenn ein Team um den Champions-League-Titel spielt, da dies der Lohn für harte Arbeit und Erfolge im Vorfeld ist. Als Verbandsfunktionär drückt man allen Teams des DKBCs beim CL-Finale die Daumen und hofft auf reichlich Edelmetall. Die Bamberger Frauen haben eine gute Chance das Finale zu erreichen und dann wird man sehen, wer die Doppelbelastung besser wegsteckt. Schade ist, dass bei den Männern gleich die zwei deutschen Teams aufeinandertreffen. Dennoch wünsche ich allen Gut Holz und viel Erfolg.“ (Anm. d. Red.: bei den Männern treffen im ersten Halbfinale mit Rot-Weiß Zerbst und dem SKK Raindorf zwei deutsche Mannschaften aufeinander)

Knut Wagner – 1. Vorsitzender:

„Als Vereinsvorsitzender ist man immer besonders stolz, wenn eine Mannschaft aus dem eigenen Verein dieses unglaubliche Ereignis erreicht. Die Champions-League ist die Königsdisziplin unseres Sports. Der Weg ins Final Four war alles andere als entspannt, denn die Losfee hatte dieses Mal viele weite Strecken für uns in Petto. Ich ziehe absolut den Hut vor unseren Mädels, Trainer und Betreuer, die diese enorm zeitintensiven und überaus anstrengenden Reisen auf sich nehmen. Auch wenn man sich privilegiert fühlen darf – den Preis, den die Sportlerinnen und Sportler zahlen, ist kein geringer. Wir sind stolz und dankbar und wünschen unseren Mädels ganz viel Erfolg! Das Ziel der Mannschaft ist der Einzug ins Finale, aber bevor das geschieht, dürfen wir erstmal gegen sehr ernstzunehmende Ungarn antreten. Daher denken wir von Spiel zu Spiel, bleiben bodenständig, voll fokussiert und geben bis zur letzten Kugel alles! Ich freue mich auf Mannschaften auf TOP-Niveau, enge Duelle und außergewöhnlich hochklassige Stimmung! Nur der SKC!“