Vorzeitiges Pokalaus im Achtelfinale bei unseren Damen
Die Victoria Damen müssen in Schrezheim ihre Siegesserie reißen lassen und verlieren beim Bundesligakonkurrenten in Baden-Württemberg mit 2:6. Nach einem Wechselbad der Gefühle ziehen die Gelb-Schwarzen am Ende den Kürzeren und der KC Schrezheim kann nach einem großen Kampf in die Runde der letzten Acht einziehen.
Im gut gefüllten Kegeltreff am Kloster zeigte sich von Beginn an, dass das Losglück bei der Auslosung des Achtelfinales nicht unbedingt auf Seiten des Rekordpokalsiegers war. Saskia Hopp und Kathrin Reiter starteten für die Heimmannschaft direkt gut ins Spiel und konnten jeweils mit 1:0 in Führung gehen (Hopp gegen Ute Vincon 143:137 und Reiter gegen Luisa Ebert 153:142). Hopp konnte durch starke 165:159 auf 2:0 erhöhen, was dann aber auch im Startpaar der letzte Satz für die Schrezheimer sein sollte. Vincon kam immer besser ins Spiel, gewann die Sätze 3 und 4 mit 165:129 und 159:141 und konnte den 0:2 Satzrückstand in ein 2:2 ausgleichen und dank 620:578 Gesamtholz den Punkt noch deutlich für sich verbuchen. Ebert spielte mit Beginn des zweiten Satzes stark auf, gewann die drei verbliebenen Sätze mit 156:143, 155:140 und 165:141 und sicherte sich das 3:1 (618:594) gegen Reiter.
Somit konnte das Mittelpaar um Alena Bimber und Celine Zenker mit 66 Holz Vorsprung und einer 2:0 Führung gegen Tamara Oker und Melina Ruß auf die Bahn gehen. In der Theorie fehlte für den Einzug ins Viertelfinale „nur“ noch ein Unentschieden aus den verbliebenen vier Einzelduellen und das Heimbringen des Vorsprungs in den Gesamtholz. Dass Theorie und Praxis aber oftmals weit auseinander liegen sollte leider der weitere Verlauf des Nachmittags zeigen. Oker ging schnell mit 3:0 gegen Bimber in Führung (148:136, 161:149 und 148:146) und auch Ruß konnte sich in den ersten zwei Sätzen durchsetzen (139:136 und 161:146). Bimber gelang es abschließend Satz 4 durch ein starkes 164:134 zu gewinnen und dadurch in den Gesamtholz (595:591) sogar an Oker vorbeiziehen, der Mannschaftspunkt ging aber durch ein 1:3 an Oker. Zenker konnte in Satz 3 durch ein 145:143 auf 1:2 verkürzen, verpasste es durch einen unglücklichen Anwurf in Wurf 88 aber den Kegelrückstand von 18 etwas mehr zu verkleinern. Das abschließende 152:139 reichte dann schlussendlich um drei Holz nicht, um den benötigten halben MP zu holen (2:2 SP 582:579 für Ruß).
Trotz der beiden verlorenen Einzelduellen konnte der Vorsprung in den Gesamtholz sogar um ein Holz auf 67 ausgebaut werden, bei einem Stand von 8:8 in den Sätzen war aber klar, dass das noch ein heißer Ritt ums Weiterkommen werden wird. Die Schrezheimer haben sich für den Schlussdurchgang mit Laura Runggatscher und Kathrin Lutz auch noch zwei ihrer Besten aufgehoben, die direkt Dampf machten. Runggatscher ging gegen Corinna Kastner durch ein 152:143 und 156:153 mit 2:0 in Führung, ebenso wie Lutz gegen Romy Joppert (157:131 und 148:130). Kapitänin Kicker reagierte auf den suboptimalen Start in den Schlussabschnitt und brachte Alina Dollheimer für Joppert, die leider nicht in ihr gewohntes Spiel fand, auf die Bahn. Der Vorsprung war zu dem Zeitpunkt auf 11 Kegel geschmolzen und zudem musste ja noch irgendwie ein halber MP gewonnen werden. Der dritte Satz machte dann noch mal Mut im Lager der Gäste. Kastner gewann 153:141 gegen Runggatscher, konnte damit auf 1:2 verkürzen und in den Gesamtholz auf 449:449 ausgleichen. Dollheimer konnte durch ein 155:153 ebenfalls auf 1:2 verkürzen, aufgrund des 44 Holz Rückstands war aber klar, dass nur noch Kastner eine reelle Chance hatte, den Punkt zu machen. Im letzten Satz des Spiels wurde aber relativ schnell klar, dass auch der letzte Strohhalm, an den sich der Gästeanhang klammerte, nicht mehr ausreichen sollte. Runggatscher startete sehr gut in die Vollen und konnte sich zügig absetzen. Auch im Abräumen war für Kastner kein rankommen mehr, das 156:120 für Runggatscher brachte die Entscheidung zu Gunsten von Schrezheim (3:1 SP mit 605:569 Holz). Das abschließende 143:142 für Lutz gegen Dollheimer war nur noch Makulatur (3:1 SP mit 601:558 Holz).
Leider gelang es den Victorianerinnen nicht, den Vorsprung durch das Startduo zu veredeln. Auch das Halten des Vorsprungs in den Gesamtholz, bei denen man am Ende knapp um zwölf Holz mit 3539:3551 das Nachsehen hatte, hätte aufgrund der geringeren Satzpunkte (am Ende 14:10 für den KCS) nicht ausgereicht. So blieb den Domstädterinnen nichts anderes über, als der Heimmannschaft zum verdienten Einzug ins Pokal-Viertelfinale zu gratulieren. In diesem befindet sich neben Schrezheim nach dem überraschenden Ausscheiden von Bautzen, Warmensteinach und Erlangen-Bruck (in Breitengüßbach, die den nächsten sensationellen Erfolg feierten) mit dem KV Liedolsheim nur mehr ein weiterer Bundesligist. Für den SKC geht es am kommenden Wochenende mit dem Heimspiel im Champions-League Viertelfinale gegen Podbrezova weiter.